Schmetterlingsbild – So macht Ihr ein außergewöhnliches 3D Bild selbst

Arbeitsaufwand: ca. 5 Stunden
Materialkosten (nur verbrauchte Mengen): ca. 75€
Eingesetzte Materialien:

  • Schleifpapier 80er-Körnung (ca. 5€/Rolle)
  • Staubmaske (ca. 1€)
  • 1 zugeschnittene Sperrholzplatte (ca. 12€)
  • Porzellan Schmetterlinge (10€/5Stück)
  • Signeo Buntlack extra matt „Boudoir“ (ca. 14,50€/430ml-Dose)
  • Alpina 2in1 Weißlack (ca. 9€/500ml-Dose)
  • Acryl-Künstlerfarbe schwarz (ca. 1€/100ml)
  • 2 runde Lackpinsel, synthetische Borsten (ca. 3€)
  • 1 flacher Lackpinsel, synthetische Borsten (ca. 3€)
  • 1 kleiner Borstenpinsel (ca. 1€)
  • Pattex Montagekleber (ca. 8€/370gr-Kartusche)
  • 10 Schrauben

 

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Durch Zufall bin ich an ein relativ großes altes Öl-Bild gekommen. Gerahmt war es in einem goldenen Bilderrahmen und schmückte einmal den Gastraum einer Kneipe. ProjektBild1Das Bild war absolut nicht nach meinem Geschmack, ein typisches Jagdmotiv, das Wildschweine in einem Wald zeigte. Dafür würde ich keine Verwendung mehr haben. Aber der goldene Bilderrahmen! Da steckte eindeutig das Potenzial zu einem Shabby Chic Deko-Objekt drin!
Mit einem alten Bilderrahmen lassen sich hunderte von verschiedenen Shabby Chic Ideen realisieren. Vielleicht habt Ihr ein ähnliches Vorhaben. Dann hilft es Euch bestimmt, wenn ich Euch im Folgenden zeige, wie ich genau vorgegangen bin.

 

1. Vorbereitung

ProjektBild2Der Bilderrahmen war ziemlich verstaubt, ansonsten aber völlig in Ordnung. Zur Vorbereitung auf die erste Farbschicht reichte es daher, die Oberfläche mit einem rauen Schleifpapier (z.B. 80er-Körnung) etwas anzurauen und anschließend vom Staub zu befreien. Auch hier wieder wichtig: Da Ihr nie wisst, was für Schadstoffe in einem alten Lack enthalten sind, tragt beim Abschleifen immer eine Staubmaske!
Durch die vielen Verzierungen war das Anschleifen des alten Lacks nicht ganz so einfach. Allerdings solltet Ihr bei einem Objekt wie einem Bilderrahmen auch immer im Hinterkopf behalten, welchen Belastungen es einmal ausgesetzt sein würde. Der Rahmen würde zur Dekoration an einer Wand hängen. Hier ist es deshalb nicht überlebenswichtig, dass die Farbe bis in die letzte Fuge kratzfest ist. Aus diesem Grund hat mir hier ein oberflächliches Abschleifen gereicht.

 

2. Rahmen-Anstrich Nr. 1

Bei meinem Objekt wusste ich allerdings schon, dass ich es draußen aufhängen würde, wo nur durch ein kleines Dach geschützt Witterungseinflüssen ausgesetzt sein würde. ProjektBild3Bei der Wahl der Farbe entschied ich mich deshalb für Acryllack, da er auch für den Außenbereich geeignet ist. Wie schon bei meinem Kübel-Projekt wendete ich hier die Technik an, die ich als Kontrastschicht-Methode bezeichnet habe. D.h. es wird zuerst mit einer dunklen Farbe gestrichen, dann mit einer hellen. Beim Finish schleift man dann wieder etwas von der hellen Farbschicht herunter, so dass als Kontrast die dunkle Farbe wieder hervorkommt.

Theoretisch hätte ich mir diesen ersten Schritt sparen können, da der goldene Rahmen ja schon recht dunkel war. Jedoch wollte ich vermeiden, dass als Kontrastfarbe hinterher wieder das Gold durchscheint. Das ist sicherlich Geschmackssache und hätte wahrscheinlich auch gut aussehen können. Ich entschied mich jedoch wieder für meinen Lieblingslilaton als Basis: Extra matter Buntlack von Signeo in der Farbe „Boudoir“. Mit einem runden, mittelgroßen Lackpinsel strich ich den Rahmen im ersten Schritt also lila. Um das alte Holz perfekt einzuschließen und so witterungsbeständiger zu machen, nahm ich zwei Anstriche vor.

 

3. Das Bild grundieren

Während die beiden Lackschichten jeweils trockneten, hatte ich Zeit mich um ein neues Bild zu kümmern. Das alte Ölbild hatte ich entsorgt. Da ich mein Bild später ungeschützt auf der Terrasse aufhängen wollte, musste es aus einem unempfindlichen Material sein.

ProjektBild4Deshalb ließ ich mir eine ca. 1 cm dicke Sperrholzplatte im Baumarkt zuschneiden. Sperrholz besteht aus mehreren Holzschichten, die miteinander verleimt sind. Durch diese einzelnen Schichten kann sich die Platte nicht verziehen oder aufquellen, selbst wenn sie nass wird. Sie ist zudem sehr stabil und glatt und war somit viel besser für meinen Zweck geeignet, als es beispielsweise ein einfaches Holzbrett gewesen wäre.

Nun musste ich also ein Bild auf die Sperrholzplatte zaubern. Dazu mischte ich im ersten Schritt einfache schwarze Künstler-Acrylfarbe mit etwas weißem Acryllack um einen dunklen Grauton zu erzielen. Natürlich hätte ich auch schwarzen Acryllack aus dem Baumarkt verwenden können. Da ich aber keine große Menge schwarze Farbe benötigte, lohnte es sich nicht direkt eine ganze Dose zu kaufen. Etwas von der Künstlerfarbe aus der Tube aus meinem alten Malkasten war genauso gut geeignet.
Mit meinem gemischten Grauton malte ich die Sperrholzplatte nun vollständig deckend an.

 

4. Das Motiv

ProjektBild5Nachdem die Grundierung getrocknet war, strich ich wieder die gesamte Fläche, diesmal mit dem weißen Acryllack (ich verwende den 2in1 Weißlack von Alpina: Amazon ALPINA 2in1 Weisslack).

Dabei achtete ich darauf, dass ich nur wenig Farbe auf den Pinsel nahm um so bewusst nicht deckend zu streichen. Der dunkle Untergrund sollte wieder durchscheinen. Als auch die weiße Schicht getrocknet war, nahm ich einen kleinen Borstenpinsel und malte Grashalme auf. Vielmehr deutete ich mit jeweils wenig Farbe die einzelnen Halme nur an. Dazu verwendete ich mein angerührtes Grau. Um einen „natürlichen“ Effekt zu erzielen ist es beim Malen von solchen Grashalmen wichtig, dass Ihr einfach nur viele viele Striche malt.

Auch wenn es Euch ewig vorkommt die Halme so lange zu malen, bis am unteren Bildrand alles dunkel ist, lasst Euch nicht dazu verleiten unten einfach flächig quer zu streichen. Denn das wird man immer sehen können! Also nehmt Euch einfach einen Augenblick Zeit und malt einen Strich nach dem anderen, unten wo es deckend werden soll mit etwas mehr Druck, beim Auslaufen der Halme mit etwas weniger.

 

5. Wachsen

Nachdem das Bild nun fertig war, arbeitete ich am Rahmen weiter. Um die obere Lackschicht später stellenweise einfach wieder herunterschleifen zu können, gebe ich Euch auch hier wieder ausdrücklich den Tipp den Rahmen vor dem finalen Anstrich mit Wachs vorzubehandeln.Denn würdet Ihr den Rahmen nun einfach so mit weißem Lack überziehen, wäre es hinterher unheimlich schwer bis unmöglich diesen wieder so herunter zu schleifen, dass die erste Farbschicht hervorkommt.

Dazu halten Acrylfarben einfach zu gut. Das einfachste Vorgehen ist hier eine farblose Kerze über die Stellen zu reiben, die Ihr später wieder etwas von der hellen Lackschicht befreien wollt.

 

6. Rahmen-Anstrich Nr. 2

Mit weißem Acryllack ging es nun weiter. Wieder mit einem runden Synthetikpinsel trug ich die Lackschicht überall auf. Je nachdem wie stark Euer Shabby Effekt hinterher sein soll, könnt Ihr auch hier schon darauf achten etwas unsauber zu arbeiten. Besonders schön wirkt es meistens, wenn man Pinselstriche noch erkennen kann. Solltet Ihr also bei der einen oder anderen Stelle die Farbe beim ersten Pinselstrich nicht perfekt deckend aufgetragen haben, könnt Ihr es ruhig auch mal dabei belassen.

 

7. Abschleifen

Nachdem die Farbe durchgetrocknet ist, geht es ans Finish. Mit einem Stück Schleifpapier schleift Ihr nun überall da die weiße Lackschicht wieder ab, wo der dunklere Farbton durchscheinen soll. ProjektBild6Dafür bieten sich die Stellen an, die auch beim natürlichen Alterungsprozess am ehesten beansprucht gewesen wären, d.h. alle Ecken und Kanten, die hervorstehen. Dabei solltet Ihr Euch immer sehr vorsichtig herantasten und nach jeder Schleifbewegung schauen, wie das Ergebnis aussieht. So könnt Ihr am besten vermeiden, dass Ihr aus Versehen auch die erste Lackschicht wieder herunter nehmt.

 

8. Das Bild rahmen

Nachdem nun Bild und Rahmen fertig waren habe ich die Sperrholzplatte von hinten mit acht Schrauben im Rahmen befestigt. ProjektBild7Bilderrahmen dieser Art haben immer ein Passepartout, d.h. einen kleinen Vorsprung, hinter dem das Bild eingefasst wird und der einen Rahmen um das Bild bildet. Der Effekt ist, dass die Ränder des Bildes hinter der Verblendung verschwinden. Ein Vorteil bei meinem Projekt war, dass ich das Bild so perfekt mit diesem kleinen Vorsprung verschrauben konnte.

 

9. Schmetterlinge anmalen

ProjektBild8 Das eigentliche Highlight in meinem Projekt kam erst jetzt, nämlich die Schmetterlinge. Im Internet habe ich mir kleine Porzellan-Schmetterlinge bestellt. Eigentlich waren sie dazu gedacht an einem kleinen Bändchen beispielsweise in einem Osterstrauß aufgehängt zu werden. Diese Bändchen schnitt ich jedoch ab. Falls Ihr die gleichen bestellen wollt, hier der Link: Amazon Schmetterling-Hänger. Mit ihrer sehr glatten und strahlend weißen Oberfläche waren mir die Schmetterlinge allerdings noch zu perfekt. Sie hätten sich so nicht harmonisch in das Bild eingefügt. Deshalb entschied ich mich auch diese zu bepinseln. ProjektBild10ProjektBild12

Dazu malte ich jeweils die Mitte und die Flügelspitzen eines jeden Schmetterlings mit dem lila Acryllack an und bearbeitete diese Stellen nach dem Trocknen gewissenhaft mit Kerzenwachs. Daraufhin überstrich ich die kleinen Falter komplett mit dem Weißlack und ließ sie wiederum trocknen. Mit Schleifpapier nahm ich dann auch hier den weißen Lack an den Stellen wieder herunter, die ich zuvor lila gestrichen hatte. Mit wenigen Handgriffen erstrahlten somit die Schmetterlinge auch im Shabby Chic Look.

 

10. Montage

Im letzten Schritt mussten die Schmetterlinge nun angebracht werden, genauso wie der Bilderrahmen selbst. Das Bild sollte seinen Platz an der Garagenwand auf der Terrasse bekommen. Hierzu bohrte ich zwei Löcher in die Wand und schraubte das Bild jeweils durch die oberen zwei Ecken der Sperrholzplatte fest.

Die Schmetterlinge bestrich ich von hinten mit Montagekleber. Ich habe den hier online bestellt: Amazon Pattex Montagekleber. Dieser gehört zu den haftungsstärksten Klebstoffen und sollte dafür sorgen, dass meine Schmetterlinge auch bei Wind und Wetter nicht herunterfallen würden. Auf dem rauen Putz der Garagenwand benötigte ich etwas mehr Kleber als auf der Sperrholzplatte.

Falls Ihr etwas Ähnliches vorhabt, solltet Ihr mit dem Kleber nicht sparsam umgehen! Je mehr Kontaktfläche Euer aufzuklebendes Objekt mit dem Kleber hat, desto besser. Ich habe meine Schmetterlinge in einer dicken Schicht Kleber regelrecht eingebettet. Überschüssige Klebstoffmasse, die an den Seiten herausquoll habe ich ganz einfach mit einem kleinen Borstenpinsel entfernt.

Nun hängt mein 3D-Schmetterlingsbild in meinem Garten und nichts erinnert mehr an den alten goldenen Bilderrahmen mit Jagdmotiv.

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7 Replies to “Schmetterlingsbild – So macht Ihr ein außergewöhnliches 3D Bild selbst”

  1. Hallo zusammen,
    vielen Dank für deinen Beitrag.
    Du leistest wirklich schöne Arbeit!
    Ich habe einen alten Bilderrahmen von meinem Urgroßvater. Er bedeutet mir wirklich unglaublich viel. Leider ist er nicht mehr in top Form. Hast du Tipps, wie ich ihn wieder auffrischen kann?

    Grüße
    Nadine

  2. Hi liebes
    Würdest du auch etwas herstellen und verkaufen? Ich bin so begeistert von dem schmetterlingbild das perfekt in meine wohnung passen würde, ich selber aber total unbegabt bin 🙁 lg natali

    • Hey Natali!
      Leider fertige ich keine Auftragsarbeiten an. Aber hin und wieder verkaufe ich meine Werke, wenn sie nicht mehr in meine eigenen vier Wände passen. Vielleicht schaust Du einfach zwischendurch bei mir vorbei? Die Stühle, die ich aktuell aufarbeite werden beispielsweise zu den Möbelstücken gehören, von denen ich mich trennen muss… 😉
      Ansonsten kann ich Dir empfehlen es einfach mal selbst auszuprobieren! Es ist wirklich einfacher als Du denkst und Du wärst nicht die erste, die sich ein Schmetterlingsbild nach meiner Vorlage baut. Nur Mut! 🙂
      Liebe Grüße
      Leonie

  3. Hi liebes was für ein Traumbild möchte auch so eins machen. Hab ne frage wo kann man solche porzellan schmetterlinge kaufen? Lg natali

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