Shabby Chic mit der Dekupiersäge – Erste Versuche mit meiner Feinsäge

Shabby_Chic_mit_der_Dekupiersäge_1Nachdem ich ja beim Verschönern und Aufarbeiten von Shabby Chic Möbeln schon einiges ausprobiert habe, bin ich zuletzt auf eine ganz neue Welt gestoßen: Die große Welt der Dekupiersäge-Arbeiten. Was eine Dekupiersäge ist? Sie ist eigentlich nichts anderes als eine Laubsäge (so wie Ihr sie vielleicht noch aus dem Werkunterricht in der Schule kennt?), nur dass sie elektrisch läuft. Man nennt sie auch Feinsäge und sie ist zur Bearbeitung von ganz unterschiedlichen Materialien gedacht, wie Holz, Metall oder Kunststoff. Dazu wird ein dünnes Sägeblatt senkrecht in die Maschine gespannt und das Werkstück wird dann mit der Hand an das Sägeblatt geführt. Dadurch, dass das Sägeblatt so dünn ist, lassen sich sehr filigrane Motive aussägen. Die Möglichkeiten dazu, was man alles mit so einer Säge machen kann sind wirklich sehr groß. Oft wird sie zur Herstellung von Christbaumschmuck und Dekoration eingesetzt. Weihnachtsdeko wäre jetzt nicht unbedingt das Erste, an das ich denken würde, wobei mir da schon Ideen für schöne und persönliche Weihnachtsgeschenke einfallen. Man könnte sie aber auch für das ein oder andere Shabby Chic Vorhaben einsetzen, z.B. tolle Ornamente selbst herstellen, Sprüche aussägen um sie dann auf ein Holzbrett geklebt an die Wand zu hängen oder oder oder…

Von der Idee begeistert, dass eine solche Säge mein Shabby Chic Do-it-yourself Leben bereichern würde, entschied ich mich dazu, mir eine zuzulegen. Und weil ich Bloggerin bin, durfte ich mir aus dem Sortiment des Onlineshops www.holz-metall.info sogar eine Säge aussuchen, die mir kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. 🙂
Ich möchte Euch im Folgenden von meinen ersten Versuchen und Erfahrungen mit meiner Säge berichten und Euch den ein oder anderen Tipp mit auf den Weg geben, was Ihr beim Kauf beachten solltet, falls Ihr auch mit dem Gedanke spielt, Euch so eine Säge zuzulegen. Soviel vorneweg: Ich finde meine Säge toll und ich denke ich werde noch so einiges damit anstellen! 🙂

Aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten ist es gar nicht so einfach, sich für eine Dekupiersäge zu entscheiden. Wenn Ihr aber ein paar wesentliche Merkmale beachtet, kann eigentlich nichts schiefgehen. Auf diese gehe ich im Folgenden detailliert ein.

Shabby Chic mit der Dekupiersäge 9Ich habe mich für das Modell Deko Flex von Scheppach entschieden. Hier der Link zu dem Onlineshop Werkzeughandel Meyer. Es ist preislich mit einer UVP von knapp 200€ im Mittelfeld und ist ein solides und zuverlässiges Gerät. Als Besonderheit hat die Maschine eine biegsame Welle mit Bohrfutter, mit der man beispielsweise sein Werkstück nachbearbeiten kann. Die einzelnen technischen Daten meiner Säge werde ich Euch jetzt nicht aufführen, die könnt Ihr in dem Online-Shop auch finden. Ich möchte Euch hier lieber etwas mehr zu meinen ersten Erfahrungen mit der Handhabung erzählen.

Innerhalb von kürzester Zeit wurde meine Säge geliefert und es konnte losgehen. Mit 15kg hat die Säge schon ein beachtliches Gewicht, was sie gleich hochwertig erscheinen lässt. Zuerst stellte ich sie einfach nur auf meine Werkbank und machte mich mit ihr vertraut. Mit Hilfe der Bedienungsanleitung, die leider überhaupt nicht ausführlich ist, schaffte ich es doch recht schnell ein Sägeblatt einzuspannen und die einzelnen Funktionen auszuprobieren. Vorne an der Maschine lässt sich die Neigung des Auflagetischs verstellen und da wären wir schon bei dem ersten wichtigen Merkmal einer Feinsäge:

Verstellbarer Sägetisch
Für einige Sägevorhaben ist es wichtig, dass der Tisch um einen bestimmten Winkel geneigt werden kann. Wenn man beispielsweise eine Schale aus mehreren Ringen zusammensetzen möchte, muss jeder einzelne Ring in einem gewissen Winkel geschnitten werden, damit es beim Zusammensetzen keine Stufen gibt. Wenn man nicht möchte, dass die Innenausschnitte nach unten durchrutschen können, dann ist es ebenfalls sinnvoll, den Schnitt jeweils schräg anzusetzen. Aus diesem Grund haben die meisten Dekupiersägen einen verstellbaren Sägetisch.Shabby Chic mit der Dekupiersäge 31

Ich arretierte meinen Auflagetisch erstmal auf exakt 90°C zum Sägeblatt. Auf diese Weise konnte ich dann später die ausgeschnittenen Teile gleichermaßen nach oben oder nach unten durchdrücken und die Ausschnitte waren im rechten Winkel zur Oberfläche ausgesägt. Dann nahm ich mir ein Stück Bastelsperrholz zur Hand und sägte drauf los. Sobald die Säge eingeschaltet ist, geht eine kleine Arbeitsleuchte an, ein weiteres nützliches Teil:

Arbeitsleuchte
Damit Ihr immer genau seht, was Ihr da sägt, ist es hilfreich, wenn das Gerät über eine Arbeitslampe verfügt, die den Schnittbereich gut ausleuchtet. Die Lampen der meisten Maschinen sind allerdings nicht besonders hell. Wahrscheinlich ist es wichtiger, eine gute Lampe über dem Tisch zu haben, dann braucht man sich nicht um die Qualität der Lampe an der Maschine zu sorgen.Shabby Chic mit der Dekupiersäge 32

Shabby Chic mit der Dekupiersäge 33

Als sehr praktisch fiel mir beim Sägen außerdem direkt das kleine Gebläse auf, das neben dem Sägeblatt positioniert ist und schon sind wir bei der dritten nützlichen Ausstattung einer Dekupiersäge:

Gebläse
Ihr solltet darauf achten, dass die Maschine ein kleines Gebläse direkt an dem Sägeblatt hat, so dass der feine Sägestaub permanent weggepustet wird. Dann kann Euch nämlich der feine Sägestaub nicht die Sicht auf die Linie, die Ihr sägen wollt versperren. Es gibt auch Sägen, die dort eine Absaugvorrichtung haben. Diese sind aber wohl weniger effektiv.

Nach den ersten Sägevorgängen stelle ich fest, dass die Maschine beim Sägen wandert. Gerade wenn die Säge mit hoher Geschwindigkeit läuft reicht das Eigengewicht nicht aus, um sie an einer Stelle zu halten. Hier wären wird bei der nächsten wichtigen Eigenschaft einer Säge:

Vibrationsfreiheit
Shabby Chic mit der Dekupiersäge 11Die Maschine sollte möglichst hochwertig verarbeitet und stabil sein, damit sie ruhig läuft. Dazu ist es wichtig, dass sie ein gewisses Eigengewicht hat. Die meisten Maschinen verfügen zudem über Löcher, durch die die Maschine auf einer Werkbank festgeschraubt werden kann. Ist die Säge aus Grauguss gefertigt, könnt Ihr sicher sein, dass ihr Gewicht alleine schon eine gewisse Laufruhe garantiert. Die beste Lösung ist es jedoch immer, die Säge fest mit dem Arbeitstisch oder der Werkbank zu verbinden.

Damit kein Unglück passieren kann, entschied ich mich also dazu, das Gerät direkt am Tisch festzuschrauben. Dazu bohrte ich vier Löcher in meine Werkbank, legte eine Gummimatte darüber und stellte dann die Säge darauf. Mit langen Schrauben und Muttern befestigte ich dann alles fest am Tisch. Die Gummimatte verwendete ich um möglichst wenig Vibrationen auf den Tisch zu übertragen, denn dann würde die Säge, so hoffte ich, möglichst leise laufen.
Und sie läuft leise! Im Leerlauf ist die Säge nun wirklich nicht viel lauter als eine Nähmaschine. Das wird diejenigen von Euch interessieren, die eine solche Maschine in der Wohnung betreiben möchten. Natürlich wird die Säge aber lauter, wenn man etwas sägt. Wenn Ihr keine Werkbank habt und Euch nicht unbedingt Euren Tisch ruinieren wollt, indem Ihr Löcher hineinbohrt, dann befestigt Eure Maschinen einfach mit Schraubzwingen an der Arbeitsplatte.

Mit sicherem Stand versuchte ich mich dann weiter an der Säge. Um zu sehen, ob ich es hinkriegen würde an einer Linie entlang zu sägen, malte ich mir ein paar davon auf das Holz und legte los. Wie Ihr auf dem Bild unten sehen könnt, noch nicht so wirklich erfolgreich. 😉 Shabby Chic mit der Dekupiersäge 4Shabby Chic mit der Dekupiersäge 5Die Linien habe ich noch nicht gut getroffen und insbesondere bei den Ecken hatte ich noch großes Verbesserungspotential.
Um auch bei so feinem Holz präzise sägen zu können, ist es sehr hilfreich, wenn man die Geschwindigkeit der Säge regulieren kann:

Stufenlos einstellbarer Motor
Um die Säge optimal für alle Materialien und Stärken einzustellen ist es wichtig, dass die Einstellung der Laufleistung des Motors stufenlos erfolgen kann. Die Hubzahl gibt an, wie schnell die Säge das Sägeblatt bewegt. Wenn Ihr sehr feines Holz sägt, wie beispielsweise Bastelsperrholz, dann sollte die Geschwindigkeit eher niedrig gehalten werden, damit Ihr nicht versehentlich zu weit schneidet und damit das Material keinen Schaden nimmt. Auch bei sehr dicken und harten Materialien sollte die Geschwindigkeit eher gering gehalten werden, damit das Sägeblatt nicht so schnell reißen kann. Bei dickeren, aber weicheren Hölzern kann die Säge so schnell eingestellt werden, wie sie eben kann, so lange man das Werkstück noch sicher durch die Säge führen kann.Shabby Chic mit der Dekupiersäge 34

An meinen ersten schiefen Linien störte ich mich nicht allzu sehr. Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und deshalb ließ ich mich nicht entmutigen. Mit der Zeit würde ich schon ein Gefühl für die Säge bekommen. Also entschied ich mich, direkt mit einem kleinen Projekt zu starten.

Im Internet googelte ich nach Vorlagen für Dekupiersägearbeiten und wurde schnell fündig. Ich fand ein Muster für eine Tischunterlage und druckte es mir aus. Dann klebte ich es mit Pritt-Stift auf mein Bastelsperrholz. Für dieses Projekt war es nötig viele kleine Stücke auszusägen. Um das Sägeblatt durch das Holz führen zu können, musste ich deswegen erstmal eine ganze Menge Löcher bohren.

Bei dieser Gelegenheit probierte ich die biegsame Welle aus, die bei der Säge mit dabei ist. Die Säge hat an einer Seite einen Adapter dafür, der mit einer Plastikkappe abgedeckt ist. Nach Entfernen der Schutzkappe kann man die Welle aufschrauben. Mit bei der Säge dabei war ein hübsches kleines Werkzeugkästchen, indem alle möglichen Aufsätze für die Welle enthalten sind. Shabby Chic mit der Dekupiersäge 21Verschiedene Schleifaufsätze, etwas zum Polieren und auch ein kleiner Bohrer. Den spannte ich in das Bohrfutter vorne, und stellte die Säge ein, so dass sich der Bohrer drehte. Damit bohrte ich dann die nötigen Löcher in mein Holz.
Shabby Chic mit der Dekupiersäge 2So richtig überzeugt bin ich von dem Teil aber nicht. Für das Bastelsperrholz hatte der Bohrer gerade noch genug Kraft. Für dickeres oder härteres Holz würde ich aber einen richtigen Bohrer verwenden müssen. Die Welle funktioniert zwar, aber ich muss sagen, sie wirkt eher wie eine kleine Spielerei. Das Einspannen des Bohrers wie auch der anderen Teile aus dem kleinen Werkzeugkoffer klappt bei mir nur mit viel Geduld, da sich das Bohrfutter nicht richtig aufschrauben lässt, ohne dass sich die ganze Welle mit dreht. Vielleicht habe ich aber auch einfach nicht richtig verstanden, wie das gehen soll. Die Bedienungsanleitung konnte mir da leider auch nicht helfen…
Was mich aber vor allen Dingen stört ist, dass die Säge automatisch mitläuft, wenn man die Bohrwelle in Betrieb hat (es gibt ja nur einen Ein- und Ausschalter an dem Gerät). Gut, dass ich meine Säge bereits am Tisch festgeschraubt hatte. Sonst hätte hier schnell ein Unfall passieren können, wenn ich mit der Bohrwelle beschäftigt bin und nicht merke, dass die Maschine im Augenwinkel vom Tisch wandert…

Nachdem ich die Löcher gebohrt hatte, konnte es dann an die Säge gehen. Für ein so dünnes und weiches Material wie Bastelsperrholz sollte das Sägeblatt möglichst fein sein. Und da wären wir beim nächsten wichtigen Merkmal einer guten Dekupiersäge:

Einspannmöglichkeit von stiftlosen Sägeblättern
Die wahrscheinlich wichtigste Eigenschaft einer Feinsäge ist, dass man jede Art von Sägeblatt einspannen kann. Denn die meisten Feinsägen benötigen standardmäßig sogenannte Stift-Sägeblätter. Da stehen rechts und links vom Sägeblatt kleine Stifte ab, die dann unten in der Maschine und oben am Arm eingehängt werden. Diese Sägeblätter sind jedoch recht grob, wenn man sie mit den stiftlosen Sägeblättern vergleicht, die es auf dem Markt gibt. Auf dem Bild unten könnt Ihr sehen, was ich meine.Shabby Chic mit der Dekupiersäge 15Da habe ich ein Sägeblatt mit Stiften mal neben ein Exemplar ohne Stifte gelegt. Das erste ist um einiges dicker und somit viel schlechter für feine Schnitte geeignet als das feine Sägeblatt.
Eine gute Dekupiersäge kann zusätzlich zu den Stift-Sägeblättern aber auch die feinen Sägeblätter aufnehmen. Dafür benötigt man dann meistens Adapter, in die das Sägeblatt eingespannt werden muss. Auf dem Bild unten seht Ihr die zwei Adapter und das Werkzeug, das man zum Einspannen benötigt (ein kleiner Inbusschlüssel). Shabby Chic mit der Dekupiersäge 17Hat man das Sägeblatt dort eingespannt, wird es dann mit Hilfe der zwei Adapter in die Maschine eingehängt. Bei den ganz tollen und hochwertigen Maschinen braucht man noch nicht einmal mehr einen Adapter, da lassen sich die Sägeblätter direkt in die Maschine einspannen.
Zudem solltet Ihr auch darauf achten, dass Ihr die Sägeblätter jederzeit nachkaufen könnt, bzw. dass universelle Sägeblätter passen. Bei dem Kauf einer Maschine vom Discounter, wo es die Maschine und die Sägeblätter vielleicht nur einmal gibt, könnte das unter Umständen schwierig werden.

Shabby Chic mit der Dekupiersäge 7Mit dem feinsten Sägeblatt, das ich hatte (natürlich stiftlos) fing ich an, die ersten Teile aus dem Holz herauszusägen. Beim Bohren der Löcher waren unten auf dem Holz aber kleine abstehende Holzsplitter entstanden, die verhinderten, dass ich das Holzstück sauber über den Tisch schieben konnte. Also nahm ich mir das Werkstück noch einmal mit Schleifpapier vor, bevor ich weitermachte. Denkt also am besten immer sofort nach dem Bohren daran, die Löcher von unten glatt zu schleifen.

Ja, und dann sägte ich und sägte und sägte und einige Stunden gingen ins Land. Dabei war ich mindestens ein Drittel der Zeit gar nicht mit dem Sägen beschäftigt, sondern mit dem Einfädeln des Sägeblatts! Denn für jedes neue Loch musste ich das Sägeblatt entspannen, mit dem kleinen Inbusschlüssel aus dem oberen Adapter herausnehmen (denn der ist so dick, dass er weder durch ein Bohrloch noch durch die fertig ausgesägten Löcher passte), das Werkstück entfernen, das Sägeblatt in das neue Loch fädeln, es wieder mit dem Inbusschlüssel in dem oberen Adapter einspannen und dann die Spannung auf dem Arm wiederherstellen. Shabby Chic mit der Dekupiersäge 16Dabei musste ich die gesamte Zeit darauf achten, dass ich nicht versehentlich das Sägeblatt samt Adapter unten aus der Maschine mit aushängte. Denn wenn das passierte, dann musste ich auch noch die kleine, runde Abdeckung in dem Auflagetisch herausnehmen um an die untere Aufhängung zu kommen, was nicht ging, solange noch ein Werkstück darauf lag. Langer Rede kurzer Sinn: Dieses Sägeblatt-Einfädeln raubte mir teilweise echt die Nerven! Eine Maschine, bei der man stiftlose Sägeblätter direkt und ohne Adapter einspannen kann, wäre doch wahrlich ein Segen…

Naja, bei den vielen Ausschnitten, die ich zu machen hatte, habe ich irgendwann eine Technik entwickelt, bei dem der Lochwechsel dann doch recht schnell funktionierte. Und von Ausschnitt zu Ausschnitt traf ich auch die Linien auf der Vorlage besser und ich entwickelte so langsam tatsächlich ein Gefühl für die Säge. Durch das dünne Sperrholz glitt das Sägeblatt ganz wunderbar und irgendwann hatte ich es dann tatsächlich geschafft: Alle Ausschnitte waren gesägt, wobei mir nicht einmal das Sägeblatt gerissen ist.Shabby Chic mit der Dekupiersäge 20Nach dem Entfernen des Vorlagen-Papiers schliff ich dann noch die Säge-Kanten glatt. Shabby Chic mit der Dekupiersäge 22Dazu gab ich der Bohrwelle noch eine Chance. Ich spannte einen Aufsatz mit Schleifpapier ein und ging damit über die Kanten. Mit einem ganz normalen Stück Schleifpapier hätte das aber auch funktioniert.

Da das rohe Sperrholz nun aber gar nicht schick aussah, bemalte ich es zuerst mit einem lila Acryllack und anschließend zauberte ich eine Art White Wash Effekt mit ein wenig weißer Kreidefarbe darauf. Und fertig war mein allererstes Werk mit der Dekupiersäge!

Shabby Chic mit der Dekupiersäge 35

 

 

Im nächsten Schritt wollte ich die Schwierigkeit etwas steigern und etwas Robusteres herstellen. Ich hatte mir im Baumarkt ein 18mm starkes Leimholz aus Fichte gekauft und klebte dort nun meine nächste Vorlage auf. Am Ende sollte daraus ein Topfuntersetzer werden. Zum Aufkleben nahm ich wieder meinen Pritt-Stift. Shabby Chic mit der Dekupiersäge 25An dieser Stelle möchte ich Euch ganz dringend den Tipp geben, dass Ihr beim Aufkleben wirklich ganz gründlich vorgeht! Lasst keine Stelle aus, denn wenn Ihr mit dem Sägeblatt an nicht richtig festgeklebtem Papier vorbeifahrt, dann vibriert das Papier und Ihr könnt nicht mehr sehen, wo Ihr entlang sägen müsst. Leider war ich bei meinem zweiten Teil nicht so gründlich und das hat mich viele Nerven gekostet, weil ich zwischendurch immer mal wieder das lose Papier mit Klebestreifen fixieren musste.

Shabby Chic mit der Dekupiersäge 26Nachdem ich die nötigen Löcher gebohrt hatte (dieses Mal mit einem „richtigen“ Bohrer), schliff ich die Rückseite direkt glatt. Leider ließ es sich nicht vermeiden, dass der Bohrer einige Löcher auf der Rückseite ausgefranst hat. Hier sind mir teilweise ganze Stücke vom Holz abgesplittert. Da diese Löcher aber später ausgesägt wurden, war das nicht ganz so tragisch.

Das Sägen konnte dann losgehen. Da mein Holz nun um einiges dicker und auch härter war als das Bastelsperrholz, musste ich nun ein gröberes Sägeblatt einspannen. Schon beim ersten auszusägenden Loch wurde mir zudem klar, dass das Sägen von dickeren Materialien auch um einiges anstrengender war. Denn während sich das Sägeblatt durch das Holz frisst, passiert es hin und wieder, dass das Holz nach oben gerissen wird und „springt“. Verhindern kann man das indem man darauf achtet, dass die Sägezähne nach unten zeigen. Dann nämlich wird das Werkstück tendenziell nach unten auf den Auflagetisch gedrückt.

Ganz verhindern konnte ich das „Hüpfen“ des Holzes aber nicht und somit musste ich es die gesamte Zeit mit viel Kraft nach unten auf den Tisch pressen.Shabby Chic mit der Dekupiersäge 27

Shabby Chic mit der Dekupiersäge 30Nach einigen Stunden hatte ich es dann aber auch irgendwann geschafft: Alle Teile waren ausgesägt und mein Untersetzer hatte seine endgültige Form erhalten. Um auch dieses Teil etwas schöner zu gestalten schliff ich zunächst alle Sägekanten mit Schleifpapier ab und strich es dann mit einer dunklen Lasur. So sah das Holz dann schon um einiges hochwertiger aus.

Abschließend nahm ich dann auch hier etwas weiße Kreidefarbe zur Hand und gab dem Untersetzer den letzten Shabby Chic Schliff. Fertig. 🙂Shabby Chic mit der Dekupiersäge 36

 

Und was ist mein Fazit? Nach meinen ersten Sägeversuchen muss ich sagen, dass ich mit meiner Säge zufrieden bin. Sie lässt sich gut einstellen, läuft nach Befestigung auf meinem Tisch ruhig und sägt zuverlässig. Bei vielen Innenausschnitten ist das Wechseln der Löcher nervig, aber dafür kann die Maschine nichts. Nur wenige Maschinen können stiftlose Sägeblätter direkt und ohne Adapter einspannen und für die Preisklasse bin ich mit meiner Säge gut bedient. Die zusätzliche Bohrwelle empfinde ich als Spielerei und sollte keine Rolle bei der Kaufentscheidung für eine Säge spielen.

Insgesamt hat es einige Zeit gebraucht bis ich mich an die Maschine gewöhnt habe (und sicherlich werden noch einige Werkstücke mehr nötig sein, bis ich so richtig routiniert bin), aber am Ende bin ich von meinen Werken begeistert, auch wenn sie noch nicht perfekt sind. Bei vielen Innenausschnitten braucht man wirklich sehr viel Zeit und Geduld, bis man alle ausgesägt hat. Daher werde ich wohl zukünftig darauf achten, dass meine Werkstücke nicht ganz so viele Details haben, wie meine letzten beiden. 😉 Ich finde es aber faszinierend, was man mit so einer Feinsäge schaffen kann und freue mich schon auf meine nächste Sägeaktion. Für mein nächstes Projekt habe ich schon eine Idee….

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5 Replies to “Shabby Chic mit der Dekupiersäge – Erste Versuche mit meiner Feinsäge”

  1. Vielen Dank für den Beitrag. Ich finde das Resultat sieht echt super aus! Ich habe zuvor noch nichts von der Dekupiersäge gehört, finde es aber super, was man damit alles machen kann.
    Ich habe mir vor Kurzem eine Kreissäge und Kreissägeblätter gekauft, da ich mir eigene kleine Möbel aus Holz bauen wollte. Vielleicht kaufe ich mir jetzt auch noch die Dekupiersäge.

  2. Hallo
    Danke für die Anleitung. Ich habe mir für meine Einhell ander Adapter gebaut zum Sägeblatt einspannen. Das geht jetzt ganz einfach. Problem habe ich immer noch mit der Wahl des richtigen Blattes. Grob gezahnt oder fein gezahnt. Dazu welche Geschwindigkeit. Da wird wohl nur probieren helfen. Bei den NIQUA Nr 2 habe ich festgestellt sie laufen beim sägen weg. Ebenso komme ich mit den Rundsägeblättern nicht so gut zurecht. Genaus so ist der obere Sägearm ein Pendler er hat nach re und li ca. ca 5mm Spiel. Das muß ich noch ändern. Ich kriege eine neue Buchse im Lager des Armes die besser passen soll.

    • Hi!
      Wie Du schon sagst: Am besten probiert man mal ein wenig, bis es läuft, wie man möchte. Das kann etwas Geduld erfordern, aber wenn es dann läuft, dann beginnt der Spaß! 🙂
      Liebe Grüße
      Leonie

  3. Deine Arbeiten mit der Dekupiersäge sehen gut aus. Ich bin auch Anfänger mit der Maschine übrigens die gleiche wie du beschrieben hast.Der Sägeblatt wechsel geht ganz einfach wenn du das Blech mit dem Typenschild abschraubst.Das steht natürlich nicht im Handbuch.Du kommst ganz bequem an die untere Halterung besonders mit den Siftlosen Sägeblättern mit dem Adapter und mit dem Staubsauger zum Sägmehlabsaugen.

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