Krakelieren

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Bei dem Krakelieren geht es darum, feine Risse und Muster in einer Farbschicht herbeizuführen und diese so sehr alt wirken zu lassen.

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Krakelurpaste kleinEs gibt viele verschiedene Möglichkeiten zu Krakelieren und verschiedene Hersteller, die alles anbieten, was man braucht. Im Grunde ist das Vorgehen aber bei allen Varianten recht ähnlich: Ihr streicht einen Gegenstand mit Acrylfarbe in einer Farbe vor. Dabei müsst Ihr genau wie sonst auch beachten, dass der Untergrund sauber, staub- und fettfrei ist, so dass die Farbe gut halten kann. Handelt es sich um unbehandeltes oder lackiertes Holz, kann es ratsam sein, die Oberfläche für optimalen Halt ein wenig anzuschleifen. Nach dem ersten Anstrich muss die Farbe gut getrocknet sein, bevor Ihr weiter macht. Wenn Ihr bereits einen schönen Untergrund habt, könnt Ihr Euch diesen ersten Schritt auch sparen.

Wichtig ist Schritt zwei, das Auftragen des Krakelierlacks (oder auch Reißlack genannt). Dieser muss satt, gleichmäßig und möglichst glatt aufgetragen werden und muss ebenfalls sehr gut trocknen.

Nun streicht Ihr mit einer zweiten Acrylfarbe über den getrockneten Reißlack. Diese zweite Farbe sollte für einen sichtbaren Effekt im Kontrast zum Untergrund stehen, d.h. sich deutlich von ihm unterscheiden. Beim Streichen der Farbe ist es ganz wichtig, dass Ihr nur eine Schicht auftragt, d.h. mit dem Pinsel nur jeweils einmal über eine Stelle malt, da es Euch sonst passieren kann, dass der Effekt ausbleibt. Außerdem solltet Ihr recht zügig arbeiten, da der Lack schon innerhalb von Sekunden anfangen kann zu reißen. Alternativ zu einem Pinsel könnt Ihr auch einen angefeuchteten Schwamm verwenden und die Farbe vorsichtig auftupfen. So stellt Ihr sicher, dass die Farbe nur hauchdünn aufgebracht wird und sich keine „Nasen“ bilden. Dabei könnt Ihr sogar mehrere Farben auf den Schwamm geben, beispielsweise weiß und alt weiß um einen tollen ungleichmäßigen Effekt zu erzielen.

Beim Trocknen der Farbe reißt nun die obere Farbschicht durch den Krakelierlack darunter ein und es bildet sich eine Art Mosaikbild. Je nach Hersteller des Krakelierlacks kann das Muster von sehr grob und unregelmäßig bis sehr fein und gleichmäßig reichen. Die Risse erscheinen dabei in der Farbe des Untergrunds. Ob Ihr dabei die Risse sehr dunkel und die obere Farbschicht hell gestaltet oder umgekehrt, ist dabei reine Geschmackssache. Der typische Shabby Chic Look würde jedoch so aussehen, dass man die Grundierung in schwarz, braun oder einem anderen dunklen Farbton hält und als obere Farbschicht Weiß oder einen hellen Pastellton wählt.

Um Euer Ergebnis zu schützen, solltet Ihr Euch überlegen das fertige Ergebnis noch einmal mit einem Klarlack zu überziehen. So können Feuchtigkeit und Schmutz dem Muster nichts anhaben.

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Abweichend von diesem Standard-Vorgehen gibt es viele Varianten, die man sicherlich einmal ausprobieren sollte. Beispielsweise gibt es Reißlack, der als Mosaikmedium funktioniert. D.h. man trägt über die erste Farbschicht eine Schicht dieses Mosaikmediums auf, der dann schon ohne Farbschicht darüber reißt. Dies ist erst einmal kaum sichtbar. Reibt man nun aber die Oberfläche mit einer Patina ein, drückt sich diese in die Risse und bildet einen tollen feinen und sehr edlen Effekt.

Soweit die Theorie. Ich selbst habe bisher noch nicht viel mit Reißlack gearbeitet, werde dies aber bei einem meiner nächsten Projekte nachholen. Gerade in Kombination mit der Serviettentechnik lassen sich so mit Sicherheit die tollsten Effekte erzielen!

 

 

Seiten zum Weiterlesen…

Kontrast-Schicht-Methode                                                Serviettentechnik

 

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9 Kommentare zu “Krakelieren

  1. Hallo leonie,
    Lese schon seit Tagen Deine Seite und bin sehr inspiriert von Deinen Tipps und umgestalteteten Möbeln.

    Habe einen alten Tisch mit kreidefarbe von lignocolor umgestaltet. Bis jetzt ging alles gut.

    Und dann kam das krakelieren der Tischplatte.

    Als erste Schicht, Grundierung , dann Rose Gold v. Lignocolor, dann krakelierlack und vor 1 Stunde weiße shabby chic von lignocolor. Kann jetzt die weiße Farbe so abziehen und der krakeliereffekt ist nur an einigen Stellen.
    Kann es sein ,dass der krakelierlack zu lange getrocknet hat ?( War über Nacht)

    Bin etwas ratlos grade….

    Hast du vielleicht eine Idee?

    Liebe Grüße

    Sandra

    • Hallo Sandra!
      Oh je, das hört sich nicht gut an. Vielleicht vertragen sich die Farben von Lignocolor einfach nicht mit Deinem Krakelierlack? Was für ein Produkt hast Du denn genutzt? Bei vielen Herstellern soll man den Krakelierlack ja nur mit Farben des gleichen Herstellers kombinieren, da sonst der Effekt nicht richtig eintritt.
      Liebe Grüße
      Leonie

      • Hallo leonie,

        Es ist der krakelier-Lack von Rayher Hobby. 235 ml…würde es gerne nochmal versuchen.muß mal schauen,ob es von lignocolour einen krakelier-Lack gibt.ansonsten weiß ich nicht nicht so wirklich,was ich mit der rosegoldenen Tischplatte anfangen soll.für Anregungen bin ich sehr dankbar.
        LG…Sandra

        • Hallo Sandra!
          Bisher habe ich noch von keinem Krakelierlack von Lignocolor gehört. Wenn es auch beim zweiten Versuch nicht klappt, dann würde ich vielleicht einfach so mit Weiß darüber streichen und dabei bewusst nicht deckend vorgehen. Wenn Du dann noch am Ende das Weiß wieder ein wenig durchschleifst hast Du viele Stellen, an denen das Gold hervorblitzt, aber nicht zu aufdringlich wirkt.
          Liebe Grüße
          Leonie

  2. Hallo Leonie,
    ich bin durch Zufall auf Deine Seite gestoßen und konnte gute Anregungen bekommen.
    Ich möchte Dir aber auch meine Krakelier-Dealer vorstellen:
    https://www.tv-farben.de/
    Die haben den Krakelierlack in 1 Liter Flaschen UND: falls Du es mal ausprobieren willst: „Edelrost“. Du kannst von Metall bis zur Wohnzimmerwand alles mit Edelrost (echter Rost!) überziehen. Schau mal bei denen rein!
    Beste Grüße, hoffentlich machst Du mit dieser Seite weiter, Frauke.

  3. Hi Leonie, habe eben per Zufall Deine Seite entdeckt und bin völlig von den Socken 🙂
    Großes Kompliment!

    Ich habe vor, unsere 100 Jahre alte verwohnte Holztreppe zu shabbyisieren – voraussichtlich mit der Kontrastschichtmethode und Parkettlack als Finish. Hast Du einen Tipp welchen farbigen Lack ich verwenden sollte?
    Ist ja schon extremen Belastungen ausgesetzt.

    Auch möchte ich einen metallenen (grundierten) Stützpfeiler krakelieren, dass er optisch zur Treppe passt. Im Baumarkt gibts aber nur so Minifläschchen Reißlack – hast Du eine Idee, welcher Hersteller größere Gebinde anbietet? Habe im Netz nichts gefunden.

    Danke für Deine Mühe und allerliebste Grüße

    • Hallo Sandra!

      Danke Dir für’s Kompliment 🙂
      Da hast Du Dir aber ein großes Projekt ausgesucht mit Deiner Treppe! Wie sieht sie denn aus? Ist sie lackiert? Platzt der Lack ab? Oder ist sie geölt oder lasiert? Ist schwer Dir einen Tipp zu geben, ohne die Treppe gesehen zu haben. Aber ich würde die Treppe wahrscheinlich bis auf das massive Holz abschleifen (lassen) und dann mit der White Wash Technik einen gekälkten Look verpassen. Da eine Treppe den höchsten Belastungen ausgesetzt ist, würde ich von einem Lack abraten und eher zu einer Lasur oder Öl raten, was in das Holz einzieht und dadurch nicht abplatzen kann. Denn ich denke Du würdest Dich sehr ärgern, wenn schon nach ein paar Wochen die ersten Macken in den Trifflächen auftauchen…

      Von so großen Gebinden von Reißlack habe ich bisher auch noch nicht gehört :o) Aber ich werde demnächst einmal den Krakelierlack von Annie Sloan ausprobieren. Der hört sich für mich recht vielversprechend an.

      Lasse mich gerne wissen, wie Du Dich entschieden hast und vor allen Dingen, wie Deine Treppe geworden ist!

      Liebe Grüße,
      Leonie

      • Hallo ich wollte gerne wissen ob es eine rolle spielt wie lange der Lack trocknet darf er über Nacht trocknen oder ist das zu lange ?mir steht immer die gedult im weg …..zu lang zu kurz vielen Dank schon mal im voraus Patty

        • Hey Patty!
          Was meinst Du denn mit zu lange trocknen? Du meinst vor dem wieder Abschleifen? Da kann man nicht zu lange warten. 🙂 Das mit der Ungeduld kenne ich, aber Du solltest wirklich immer so lange warten bis sich die Oberfläche absolut trocken anfühlt. Ansonsten kann es Dir passieren, dass Du beim Schleifen aus Versehen die Servietten noch mit ausreißt.
          Ganz viel Spaß bei Deinen Projekten und liebe Grüße!
          Leonie

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