Flurgestaltung – So wird auch der kleinste Raum zum Hingucker

Flurgestaltung mit Kreidefarbe Wandfarbe PINNachdem ich zuletzt mein Mammut-Projekt Schlafzimmer abgeschlossen habe, geht es in diesem Artikel nun um meinen Flur. Vielleicht erinnert Ihr Euch, vor einiger Zeit habe ich schon einmal eine Nische in meinem Flur zu einer hübschen Garderobe gemacht. Wenn Ihr Lust habt, dann schaut mal vorbei unter Shabby Chic Garderobe.

Mein Flur hat aber noch mehr Flächen zu bieten und schon lange habe ich überlegt, was ich im Durchgang zum Wohnzimmer machen könnte. Der Flur ist sehr schmal und somit sind ausladende Möbel ausgeschlossen. Aber alles in weiß und so ganz ohne etwas an der Wand, das war auch nicht so richtig nach meinem Geschmack.

Da traf es sich recht gut, als mich Rust-Oleum vor Kurzem fragte, ob ich Lust hätte, ihre neuen Wandfarben zu testen. Rust-Oleum kennt Ihr bestimmt schon aus dem einen oder anderen Projekt aus der Vergangenheit. Zuletzt habe ich eine schaurig schöne Halloween- und Herbstdeko mit Sprühlack, Metallic-Lack und Kreidefarbe gestaltet. Wenn Ihr mögt, dann könnt Ihr später auch mal bei www.rustoleumdiy.de vorbeischauen. Da findet Ihr alle Produkte, die es so gibt und dazu jede Menge Inspirationen.

Im Grunde ist die Wandfarbe von Rust-Oleum eine Kreidefarbe, die für Innenwände konzipiert sind. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen! Ich brauchte ohnehin schon länger einen Anstoß für mein Flur-Projekt und dann auch noch eine so besonderen Kreidefarbe? Das musste ich nicht lange überlegen somit ist dieser Artikel zu einer Kooperation (Also Achtung, Werbung 🙂 ) geworden. Die Wandfarbe meiner Wahl hatte ich schnell zuhause und dann konnte es auch schon losgehen.

In diesem Artikel zeige ich Euch dabei noch einmal ganz genau, worauf Ihr beim Streichen am besten achtet. Denn das Prinzip ist immer gleich, ganz egal ob Ihr einen Flur, ein Wohnzimmer oder was auch immer streichen möchtet.

1. Vorbereitung

Vor dem Streichen muss natürlich erst einmal alles weggeräumt werden, was vor der Wand steht oder daran hängt inkl. Fußleisten. Außerdem ist es beim Streichen immer wichtig, dass die Flächen sauber, trocken und staubfrei sind. D.h. auch, dass sich keine Teilchen lösen dürfen, wie Putz oder Tapetenreste. In so einem Fall müsste man zuerst die Tapetenreste entfernen und anschließend mit Tiefengrund arbeiten. Denn der sorgt dafür, dass alle losen Teilchen verfestigt werden. Außerdem wird die Oberfläche in Ihrer Saugfähigkeit eingeschränkt (das spart Euch im Zweifel einen Anstrich).

Selbst wenn Ihr frisch tapeziert habt, dann bietet es sich manchmal an, zuerst mit Tiefengrund zu streichen. Denn die Tapete könnte beim ersten Anstrich auch zu viel von der Farbe aufsaugen. Auf jeden Fall aber solltet Ihr den Tiefengrund verwenden BEVOR Ihr tapeziert, denn sonst könnte der Kleber von der Wand zu stark aufgesaugt werden, was am Ende bedeutet, dass die Tapete nicht richtig hält.

Weiterhin solltet Ihr schauen, ob Ihr alte Bohrlöcher zuspachteln müsst und das am besten sofort erledigen.

Bei meiner Wand handelte es sich um eine noch nicht wirklich alte Rausfasertapete mit einem intakten weißen Anstrich. Bisher hatte die Wand noch keine Bohrlöcher. Das ist die optimale Oberfläche für einen Neuanstrich und somit konnte ich direkt loslegen.

Tipp 1

Aber vorher habe ich noch etwas anderes gemacht und das ist schon mein erster Tipp: Wenn Ihr später Möbel, Bilder oder ähnliches an der Wand aufhängen wollt, dann solltet Ihr die Bohrlöcher am besten schon jetzt machen! Denn vor dem Anstrich habt Ihr den riesen Vorteil, dass Ihr auf der Wand nach Lust und Laune anzeichnen und Euch Hilfslinien aufmalen könnt. Wenn Ihr Lust habt, dann könntet Ihr sogar erst die Umrisse von beispielsweise Bilderrahmen auf die Wand zeichnen, bevor Ihr Euch endgültig entscheidet, wo sie hängen sollen. Sind alle Löcher gebohrt, Dübel eingesteckt und Nägel eingeschlagen, habt Ihr diese Arbeit hinter Euch und müsst sie später nicht mehr Eurem frischen Anstrich antun.

Auch ich wusste bereits jetzt, wie meine Wand am Ende gestaltet werden sollte und versenkte schon einmal den ein oder anderen Dübel…Flurgestaltung mit Kreidefarbe Wandfarbe 1

 

2. Abkleben

Wenn Ihr Zimmerwände streicht, dann werdet Ihr immer Bereiche haben, wo der neue Anstrich an einem alten Anstrich endet und genau da wollt Ihr eine saubere Kante haben. Selbst wenn Ihr das gesamte Zimmer streichen möchtet, spätestens an der Decke braucht Ihr eine Kante.

Im Grunde genommen braucht Ihr davor aber überhaupt keine Angst zu haben, denn so eine perfekte Kante ist überhaupt kein Hexenwerk!

In meinem Fall hatte ich links neben meiner zu gestaltenden Wand eine Außenecke, rechts eine Innenecke und natürlich die Begrenzung zur Decke, an der die Farbkanten perfekt werden sollten. Zusätzlich waren da noch die Begrenzungen durch die Fußleiste (die bei mir leider geklebt und somit nicht so leicht zu demontieren ist) und die durch die Türzarge.

Hier klebte ich zunächst einmal ganz normales Malerkrepp auf. Flurgestaltung mit Kreidefarbe Wandfarbe 2Dafür solltet Ihr nicht unbedingt das Billigste verwenden, Ihr braucht aber auch nicht das Teuerste mit den tollsten Werbeversprechen zu kaufen! Da rede ich vor allen Dingen von Frogtape & Co. Das ist meiner Erfahrung nach nur teuer und kann nichts besser, als normales Malerkrepp. Im Gegenteil, je nach Oberfläche klebt so ein Tape noch nicht einmal so gut wie ein günstiges Malerkrepp…

Klebeband-Kanten mit Farbe versiegeln!

Das Abkleben war jetzt aber noch nicht der Geheimtipp. Der kommt jetzt: Bevor Ihr mit der eigentlichen Farbe beginnt, braucht Ihr jetzt erstmal die Farbe der angrenzenden Wände! In meinem Fall war das also weiße Farbe. Mit dieser müssen jetzt die Kanten des Klebebands satt überstrichen werden. D.h. auf die Kanten, über die später die neue Farbe gestrichen wird, muss jetzt erstmal die alte Farbe drauf.Flurgestaltung mit Kreidefarbe Wandfarbe 3

Warum? Das ist so einfach wie genial: Beim Pinseln läuft die Farbe nun ein wenig unter das Klebeband. Egal welches Klebeband Ihr habt, das lässt sich nie verhindern. Das ist jetzt aber gar nicht schlimm! Denn in meinem Fall lief jetzt die weiße Farbe hinter das Band auf die ohnehin weiße Wand darunter. Das sieht man später also überhaupt nicht, aber nach dem Trocknen hat die Farbe die Kante des Klebebands quasi versiegelt. Die Farbe des eigentlichen späteren Anstrichs hat so keine Chance mehr, unter das Malerkrepp zu laufen!

 

3. Streichen – So kriegt Ihr die Farbdose auf

Wenn nun die Versiegelung getrocknet ist, ist die eigentliche Wandfarbe an der Reihe. Ich griff nun also zur Wandfarbe Kreidefarbe von Rust-Oleum. Die hatte ich mir im Farbton „Kiesel“ ausgesucht, einem warmen, nicht ganz so dunklem Grau. Flurgestaltung mit Kreidefarbe Wandfarbe 4Die Farbe ist in einer Blechdose verpackt, so wie man es schon von den Kreidefarben für Möbel etc. kennt. D.h. der Deckel muss rundherum angehoben und dann abgenommen werden.

Warum sage ich das so explizit? Weil ich Euch jetzt erstmal einen kleinen Exkurs zum Thema Öffnen von Farbdosen geben möchte. Denn ich muss gestehen, dass ich mir zuerst einen abgebrochen habe, die Dose zu öffnen! Bei allen Lack- und Farbdosen kann es immer mal passieren, dass der Deckel extrem schwer zu öffnen ist. Das hängt beispielsweise davon ab, bei welcher Temperatur die Farbe eingefüllt worden ist und welche Temperatur sie hat, wenn man den Deckel anheben möchte. Im ungünstigsten Fall hat sich durch den Temperaturunterschied ein Unterdruck gebildet, der den Deckel fest nach innen saugt. Dann wird das Öffnen einer solchen Dose ziemlich schwierig.

In genauso einer Situation befand ich mich nun. Ich hatte den Rand des Deckels schon rundherum mit einem Schraubenzieher angehoben und den Deckel so schon ein paar Millimeter nach oben befördert. Der letzte Rest war aber mit dem Schraubenzieher einfach nicht mehr machbar, egal wie ich mich bemühte. Und hier ist mein Tipp, um eine solche Dose doch zu öffnen, bevor Ihr zu schwerem Gerät wie Zange oder Messer greift:

Deckel mit breiter Angriffsfläche öffnen

Der Trick besteht darin, die Hebelfläche am Deckel möglichst breit zu gestalten. Selbst ein großer Schraubenzieher ist manchmal nicht breit genug. Nehmt dann einfach einen zweiten dazu und setzt ihn mit ein paar Millimeter Abstand neben den ersten und versucht den Deckel dann anzuheben. Ihr werdet sehen, auf einmal ist es total einfach! Also, verzweifelt nicht, wenn Ihr eine Farbdose mal nicht sofort aufbekommt. Mit einer etwas breiteren Angriffsfläche geht es auf einmal ganz leicht!

 

4. Streichen – Das Werkzeug

Nachdem die Farbdose also offen war, konnte es losgehen. Zuerst rührte ich die Farbe kräftig um. Was mir sofort auffiel war, dass die Wandfarbe fast die gleiche Konsistenz hat wie die Möbel-Kreidefarben von Rust-Oleum.Flurgestaltung mit Kreidefarbe Wandfarbe 5 D.h. sie ist recht dickflüssig und wirkt schwer. Dadurch vermittelt sie sofort den Eindruck, als hätte sie eine sehr hohe Deckkraft. Und das hat sie auch!

Aber erstmal zum Werkzeug. Ich verwendete für meinen Anstrich eine kleine Farbrolle mit einem mittellangen Flor. Normalerweise nimmt man für Wände große Rollen, also in ca. 30cm Breite. Aber ich muss gestehen, dass ich es ziemlich anstrengend finde, mit solch großen Rollen zu arbeiten, da sie vollgesogen mit Farbe doch recht schwer werden. Da meine Wände im Flur auch keine riesigen Flächen waren, griff ich also lieber zu der etwas kleineren, dafür handlichen Rolle. Das hatte auch den Vorteil, dass ich keinen Pinsel für die Ränder brauchte. Die kleine Rolle war filigran genug, um präzise bis zum Klebeband, aber nicht darüber hinaus zu malen.

Die Farbe füllte ich in eine kleine Farbwanne mit einer Abstreiffläche um, die ich bequem in der Hand halten konnte. Das ist auch ein Vorteil kleinerer Rollen. Ich konnte sie auf der Leiter stehend immer wieder in die Farbe tauchen und kam so recht schnell voran. Verwendet man eine große Rolle, wird auch eine große Farbwanne notwendig und die kann dann nicht mehr in der Hand gehalten werden. Wenn Ihr nicht mit einem langen Stab arbeitet und Ihr deshalb zwischendurch auf eine Leiter steigen müsst, heißt dass, dass Ihr zum Farbe-Nachlegen immer wieder runter müsst von der Leiter, um die Rolle in die auf dem Boden stehende Wanne zu tauchen…

5. Streichen – Die Technik

Ich tauchte also die kleine Rolle immer wieder in die Farbwanne und ging damit kreuz und quer über die Tapete. Ich hatte eine Raufaser-Tapete vor mir und da war das Arbeiten über Kreuz wichtig, damit auch allen kleinen Knübbelchen von allen Seiten angemalt werden. Bei einer ganz glatten Tapete ist das nicht ganz so wichtig, kann aber auch nicht schaden. Denn so könnt Ihr sicher sein, dass Ihr wirklich überall hingekommen seid mit der Farbe. Am Ende solltet Ihr dann die Farbe aber immer noch einmal von oben nach unten abziehen. So stellt Ihr sicher, dass Ihr später keine Ränder seht.

An den Begrenzungen durch das Malerkrepp arbeitet ich jeweils ganz langsam, um nicht darüber hinaus zu malen. Flurgestaltung mit Kreidefarbe Wandfarbe 15An der Innenecke rechts, an den Fußleisten und um die Türzarge hatte ich jeweils einen rechten Winkel, in den die Farbe gelangen musste. An diesen Stellen nahm ich extra ein bisschen mehr Farbe auf die Spitze der Rolle und drückte sie dann schön in die Ecken hinein. So stellte ich sicher, dass die Farbe entlang der gesamten Ecke ankam. Da die kleine Rolle einen nur kleinen Durchmesser hat, bestand dabei nicht die Gefahr, dass ich die andere Seite der Wand mit anmalte. Hätte ich eine große Rolle genommen, dann hätte ich die Ecken separat mit einem Pinsel streichen müssen.

6. Streichen – Der zweite Anstrich

Nach dem ersten Anstrich war die Farbe schon echt gut, was die Deckkraft betraf. Allerdings sind Raufasertapeten wirklich nicht so einfach zu streichen. Denn selbst, wenn ich mir die größte Mühe gebe, irgendwie entdecke ich nach dem Trocknen immer noch Stellen, so kleine Pünktchen, an denen die Farbe nicht hingekommen ist. Also streiche ich Raufasertapeten grundsätzlich zweifach. Habt Ihr eine ganz glatte Tapete, dann reicht mit dieser Farbe aber auf jeden Fall auch ein Durchgang!

7. Klebeband abziehen – Der spannende Moment

Dann war es auch schon soweit! Nachdem der zweite Anstrich einigermaßen getrocknet war (ca. eine halbe Stunde nachdem ich mit dem Streichen aufgehört habe), konnte ich das Malerkrepp abziehen. Und tatataaa, die Farbkante ist einfach perfekt geworden!Flurgestaltung mit Kreidefarbe Wandfarbe 13

Wenn Ihr mögt, dann schaut doch auch noch einmal kurz bei meinem YouTube Video vorbei. Da zeige ich Euch im Schnelldurchlauf, wie Ihr perfekte Farbkanten bei Eurem Anstrich hinbekommt!

Beim Abziehen kann es immer passieren, dass Ihr ein bisschen was vom alten Anstrich mit abnehmt, d.h. dass man kleine Stellen hat, wo die Tapete wieder sichtbar geworden ist. So auch in meinem Fall. Das ist aber nicht so tragisch. Ich nahm mir einen kleinen Pinsel und etwas von der weißen Farbe und tupfte die kleinen Fehlstellen einfach wieder weiß.

Dann war die Wand fertig! Im Ergebnis ist die Farbe toll geworden! Das Grau mag ich sehr, weil es eine gewisse Wärme ausstrahlt. Dazu hat es eine schöne Tiefe und ist perfekt matt. Insgesamt wirkt der Anstrich so sehr edel. Genauso wie ich es mir gewünscht habe! 🙂

Jetzt konnte ich die Schränkchen an die Wand hängen, die ich schon aufgebaut hatte. Wer sich auskennt, der wird feststellen, dass es sich dabei wieder um einen kleine IKEA Hack handelt. Denn die Schränke sind aus der BESTA Reihe, einfach mit zwei Eichenholzplatten aufgewertet. Das Weiß der Schränke steht in einem tollen Kontrast mit der grau gestrichenen Wand. So ist aus meinem Flur irgendwie ein zusätzlicher Raum geworden, durch den man nicht mehr einfach so durchläuft. Was doch ein wenig Farbe, ein paar Schränkchen und ein paar Accessoires ausmachen können!Flurgestaltung mit Kreidefarbe Wandfarbe 10Flurgestaltung mit Kreidefarbe Wandfarbe 12Flurgestaltung mit Kreidefarbe Wandfarbe 7Flurgestaltung mit Kreidefarbe Wandfarbe 6Flurgestaltung mit Kreidefarbe Wandfarbe 9Flurgestaltung mit Kreidefarbe Wandfarbe 8

Fazit zur Wandfarbe Kreidefarbe von Rust-Oleum

Und was sage ich nun zur der Wandfarbe von Rust-Oleum? Ich habe wirklich nichts auszusetzen! Im Gegenteil, die Farbe gefällt mir echt gut. Aber nicht nur der Farbton der fertigen Wand, auch während der Verarbeitung war ich sehr positiv angetan. Die Farbe ist wirklich fast geruchslos, was mir immer recht wichtig ist. Außerdem ist die Konsistenz einfach perfekt! Dadurch, dass sie so dickflüssig ist, spritzt sie überhaupt nicht! Kennt Ihr das, wenn Ihr nach dem Streichen im Gesicht gesprenkelt seid? 🙂 Das war dieses Mal nicht so! Kein einziger Spritzer Farbe auf meinen Armen, im Gesicht und auf der Kleidung.

Außerdem ist die Deckkraft der Farbe super. Schon beim ersten Anstrich hat die Farbe eine wundervolle Tiefe bekommen. Dazu ist sie sehr schön matt. Von mir gibt es für die Farbe also völlig uneingeschränkt einen Daumen hoch!

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