Leserprojekt: Brettmonster von Eberhard





Erinnert Ihr Euch noch an das Monster-Bücherregal, das ich letzten Sommer für meinen kleinen Sohn gebaut habe? Passend dazu habe ich eine Zusendung von Eberhard bekommen. Er hat ein zauberhaftes Brettmonster gebaut. 🙂

Was man auf dem Bild nicht sofort erkennen kann: Die Augen sind mit Stellmotoren angetrieben. Wie genau er das gemacht hat, hat er mir ganz ausführlich beschrieben:

Wie ich mein Brettmonster gebaut habe

Holzarbeiten

Aus dem Holz einer alten Palette habe ich 4 Bretter zurechtgeschnitten. Die Bretter sind je 56 cm lang 9.5 cm breit und 1,5 cm dick. Weil der Charakter von rohem Holz erhalten bleiben sollte sind sie nur ein wenig gehobelt und geschliffen worden. Dann hatte ich sie miteinander verbunden indem ich zwei Leisten von hinten aufschraubte.

Nachdem die Ausschnitte für die Augenantriebe fertiggestellt waren, wurde das Ganze von vorne mit rotem und blauem Farbspray leicht koloriert.

Augen

Zuerst habe ich mit einem Skalpell Kreise mit einem Durchmesser von 15 cm aus einer 3mm starken PVC-Schaumplatte ausgeschnitten. Eine 2mm starke Platte wäre mir wegen der geringeren Masse lieber gewesen. Gab es aber leider nicht bei uns im Baumarkt.

Dann wurde die Drehbank zweckentfremdet, um damit die Böden aus Erdnussdosen herauszuschneiden. Zwei 1cm lange Stücke von einer 10mm dicken Messing Rundstange haben in Längsrichtung eine 5 mm Bohrung, passend für die Motorwelle, bekommen. Von der Seite dann eine 2mm Bohrung damit ein 2,5mm Gewinde eingeschnitten werden kann. Mit einer Zylinderschraube M 2,5 wird dann später das Auge auf der Motorwelle befestigt.

Wer hat kann natürlich auch eine passende Madenschraube verwenden. Man kann sich die Arbeit auch ganz sparen und passende Stellringe aus Messing verwenden. Nun werden die Teile möglichst mittig auf die Blechscheiben (die Erdnussdosenböden) gelötet. Auf der anderen Seite werden die Blechscheiben mit einer doppelseitigen Klebefolie versehen und damit auf die PVC- Schaumplattenkreise geklebt (auch mittig).

Zur Sicherheit habe ich dann noch etwas Selbstklebefolie darüber geklebt. Am Schluss dann noch die schwarzen Kreise, die auch aus Selbstklebefolie sind, von vorn. Die schwarzen Kreise haben einen Durchmesser von 5,4 cm.

Wer die Mühe mit dem Ausschneiden der Kreise scheut, nimmt einfach geeignete Blumentopf- Untersetzer, Deckel von Keks- oder Farbdosen, Deckel von Tupperdosen oder Frisbee bzw. Wurfscheiben um nur einige Alternativen zu nennen.

Wichtig ist dabei neben der Optik nur, dass die verwendeten Motoren die Masse beschleunigen und auch abbremsen können. Gerade bei der Verwendung von Schrittmotoren kann es dabei zu Schrittverlusten kommen. Verwendet man hingegen Servomotoren aus dem Modellbau könnte eventuell das Getriebe, welches oft mit Kunststoffzahnrädern aufgebaut ist, Schaden erleiden.

Augenantriebe

Ich verwende Schrittmotoren bei der auf der Rückseite die Welle zumindest soweit heraussteht dass die Konstruktion mit der Fahne, jene die die Lichtstrecke der Gabellichtschranke unterbricht, noch sicher befestigt werden kann.

Erwähnt werden muss, dass die Lichtschranken einzig und allein den Zweck haben, eine definierte Anfangsposition der Augen bei der Inbetriebnahme, also nach einem stromlosen Zustand, zu ermöglichen. Das heißt wenn jemand darauf verzichten kann, weil er das jedes Mal von Hand erledigt, kann die Konstruktion der Antriebe enorm vereinfacht werden.

Steuerung

Meine Steuerungselektronik ist komplett selbst gebaut und auf die verwendeten Schrittmotoren angepasst. Wesentlich einfacher wird das Ganze wenn fertige Elektronikmodule verwendet werden die lediglich richtig zusammengesteckt werden müssen.

Hervorragend geeignet wäre ein Arduino Mikrocontroller Board und ebenfalls komplett fertig aufgebaute Schrittmotor-Treiber. Zu diesem Thema gibt es unzählige Beschreibungen und Tutorials. Von Vorteil ist es auch, dass für die Programmierung ein USB- Kabel und die kostenlose Arduino Programmiersoftware ausreicht.

So ein Brettmonster ist ein gutes Projekt für die ganze Familie. Die Mutter baut und gestaltet die Holzkonstruktion und die Augen, der Vater lötet und steckt die elektrischen Komponenten zusammen und das ältere Geschwister programmiert den Arduino. Und schon hat der oder die Kleine ein prima Brettmonster im Kinderzimmer an dem bestimmt auch die ganze Familie Freude hat.

Eine andere Möglichkeit könnte es sein, gänzlich auf einen Antrieb zu verzichten und die Augen von Hand in die momentan gewünschte Position zu drehen. Dies könnte dann gemäß der eigenen Gefühlsstimmung, bzw. der des Kindes, geschehen.

Danke, Eberhard für diese ausführliche Beschreibung!

Wie Du schon sagst, für Technik-Fans ist die Sache mit den Stellmotoren sicherlich eine tolle Bastelarbeit! Wem das zu kompliziert ist, der lässt die elektrische Komponente einfach weg und baut die Augen manuell drehbar. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie mein Sohnemann den ganzen Tag mit Begeisterung daran rumdreht! 🙂

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